Motocross - Unentschieden im WM-Titelkampf

Beim Frankreich-GP in Chaumont erkämpften die beiden Favoriten-Gespanne Etienne Bax/Nicolas Musset und Valentin Giraud/Elvijs Mucenieks am vergangenen Wochenende je einen Laufsieg und einen zweiten Platz. Von den deutschen Teams musste Marcel Faustmann absagen, da Beifahrer Max Frech nun zunächst seinen verschleppten Infekt auskurieren muss. Sein Arzt erteilte dem Südbadener bis auf weiteres Startverbot. Andreas Bürgler startete mit Christian Nilsson, da Stammpassagier Martin Betschart aus familiären Gründen verhindert war. Weiteres zum Rennen verrät:

Speedweek Gespann WM France

Sebastian Aull von http://www.sidecarcross-action.de , der diesmal die Berichterstattung übernommen hatte, berichtet von prohibitiven Bedingungen für die Medien-Berichterstatter. So hatten vor Ort Journalisten trotz Vorlage eines gültigen FIM-Presseausweises massive Probleme bei der Anmeldung zur Veranstaltung. Weiterhin funktionierte der Internet-Zugang so gut wie nicht, sodass die meisten Informationen nur dank der privaten Kommunikationstechnik der Kollegen an die Zielorte gelangte. Unter diesen Bedingungen muss man sich nicht wundern, wenn immer mehr Berichterstatter die Motivation für die journalistische Betreuung der MX-Gespannszene verlieren. Einige langjährige Schreiber und Fotografen sind wegen manch widriger Umstände bereits ausgestiegen.

A. Bürgler - C. Nilsson. Foto Ernst Betschart

Vielleicht denkt man bei der FIM und bei den Veranstaltern, dass unsereins mit Reportagen über die Seitenwagen-WM das große Geld verdient. Den Betreffenden sei gesagt, dass das Gegenteil der Fall ist. Eine Anwesenheit vor Ort ist – genau so wie für die Aktiven – immer ein erhebliches Zuschussgeschäft und nur der Verbundenheit zur Szene geschuldet. Sidecar-Motocross ist eine Randsportart und lässt sich als Thema nur mit viel Überredungskunst ab und zu den großen Motorrad-Magazinen andienen. Vor allem in Deutschland, da hier „Zugpferde“ wie Etienne Bax oder Valentin Giraud fehlen.
Und – wenn sich niemand mehr um die Darstellung des Sports in den Medien bemüht, versinkt er völlig in Bedeutungslosigkeit. Leider ist zu befürchten, dass die FIM dies tatenlos und damit billigend in Kauf nimmt. Wie zuletzt den Ausschluss des Russen Igor Rodionov vom Ukraine-GP durch Einreise-Verbot oder die Diskriminierung von dunkelhäutigen Zuschauerinnen beim letztjährigen Straßbessenbach-GP durch den niederländischen Fotografen-„Kollegen“ Albert Schreuder auf Facebook.

AK22/17