Motocross - Niederlande zum neunten Mal Meister

Seit 2000 findet neben der FIM-Einzel-Weltmeisterschaft das Sidecarcross of European Nations statt. Einmal konnten die Teams aus dem kleinen Deutschland den Titel erringen, nämlich 2004. Der große Nachbar Niederlande schaffte dieses Kunststück bis 2016 gleich achtmal. Wer aber gehofft hatte, dass Deutschland bei dem am letzten Wochenende im italienischen Cingoli ausgetragenen SXoN endlich wieder um eine Medaille mitkämpfen könnte, wurde enttäuscht. Eine deutsche Mannschaft trat nämlich gar nicht erst an. Ursächlich dafür war die in Aussicht gestellte Spesenvergütung seitens des DMSB, die aus Sicht der Gespannfahrer in keiner Weise die Kosten für die Reise nach Mittelitalien deckte. Wenn die Quadfahrer das anders sahen und mit André Hossfeld, Stefan Schreiber und Manfred Zienecker den elften, sprich vorletzten Rang erkämpften, ist das kein Argument, das gegen die ursprünglich nominierten Gespannteams verwendet werden könnte. Alle Akteure betreiben den Sport aus Hobby und unter hohem persönlichen Einsatz. Und wenn sie den DMSB bei einer solchen Prestige-Veranstaltung vertreten sollen, muss dieser zumindest für die Reisekosten aufkommen. Ohnehin tragen die Teams bereits die Aufwendungen für Material, Mechaniker etc. Beim DMSB wären die Mittel allemal vorhanden gewesen, wie in Kürze eine wiederum höchst opulente Meisterfeier offenbaren wird. Dort spielt es dann einmal mehr überhaupt keine Rolle, dass es im Gespanncross seit Jahren schlichtweg nichts mehr zu feiern gibt. Wen interessiert in Frankfurt schon eine solche Randsportart?

Wie dem auch sei. In Cingoli vollbrachte die niederländische Equipe bereits zum neunten Mal das Kunststück, das Nationencross der Dreiräder zu gewinnen. Wie die Nachbarn das immer wieder schaffen? Ganz einfach: durch effektive Nachwuchsarbeit. Zum Erfolg trugen nämlich nicht nur die beiden Weltmeister Daniël Willemsen und Etienne Bax bei. Vielmehr hatte man mit Koen Hermans/Kenny van Gaalen ein junges, aber ebenfalls starkes Team am Start. Und wenn einer der Champions verhindert gewesen wäre, hätte sich zum Beispiel mit dem Youngster Julian Veldman hochkarätiger Ersatz gefunden.
Starke Beifahrer trugen selbstredend zum Erfolg der Niederländer bei. Im Boot von Willemsen stand wie üblich Robbie Bax, Bruder Etienne musste seinen WM-Partner Nicolas Musset an die französische Mannschaft ausleihen. Für den amtierenden Beifahrer-Weltmeister sprang der Finne Lari Kunnas ein. Mit den Vizeweltmeister Giraud/Mucenieks, Auvray/Musset und Hamard/Villaines wurden die Franzosen Zweite vor dem jungen belgischen Trio Vanluchene/van den Boogart, Sanders/Soenens und Dierckens/Rostingt. Die Schweizer waren mit Andreas Bürgler/Martin Betschart, Christophe und Maxime Cuche sowie Marco Heinzer/Meinrad Schelbert angetreten.
Mit Deutschland hatten übrigens auch Lettland, Estland und Dänemark dem SXoN auf eine Teilnahme verzichtet. Vielleicht wird es beim nächsten Mal besser. Dann könnte das Nationencross einmal mehr im ostdeutschen Schwedt stattfinden.

PS: Fotos vom Rennen kann GN leider nicht liefern. Immerhin gibt es aber ein Bild des ursprünglichen Schweizer Teams. Da Ruedi Betschart wegen seiner Schulterprobleme nicht mitmischen konnte, sprang Meinrad Schelbert im Boot von Marco Heinzer ein. Mindestens ebenso bemerkenswert: Die Eidgenossen hatten bereits zum GP in Roggenburg Ende August eine Mannschaft formiert und für die Fahrer/Beifahrer Shirts anfertigen lassen. So kann die Vorbereitung für das Nationencross funktionieren...

AK40/17, Foto: Ernst Betschart

Rennergebniss: fim-europe.com

Schweizer Team mit Heinzer-R.Betschart, Bürgler-M.Betschart, C.+M.Cuche